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Wie ich meinen E-Mail-Posteingang mit KI auf 0 gebracht habe

Emmanuel Michel · 20. Februar 2026 · 5 Minuten Lesezeit

Ich hatte ein Problem, das viele kennen: Täglich 50 bis 80 E-Mails — Rechnungen, Newsletter, Kundenanfragen, GitHub-Benachrichtigungen, Behördenschreiben. Und kein wirkliches System dahinter. Ich habe Mails gelesen, halb bearbeitet, liegen lassen. Klassisches Inbox-Chaos.

Dann habe ich beschlossen, das radikal zu ändern — nicht mit mehr Disziplin, sondern mit KI.

Das Problem mit manueller E-Mail-Bearbeitung

Das eigentliche Problem ist nicht das Lesen von E-Mails. Es ist die kognitive Last: Ständig entscheiden, priorisieren, sortieren. Jede E-Mail ist eine kleine Entscheidung. Und Entscheidungen kosten Energie.

Hinzu kommt: Viele E-Mails erfordern immer die gleichen Aktionen:

  • Newsletter → löschen
  • Rechnung → PDF speichern, Betrag notieren, Fälligkeit im Kalender eintragen
  • GitHub-Benachrichtigung → kurz checken, archivieren
  • Behördenpost → Paperless, kategorisieren, aufheben

All das ist repetitiv, regelbasiert und perfekt für Automatisierung.

Die Lösung: Eine KI-Assistentin als E-Mail-Manager

Ich habe eine KI-Assistentin eingerichtet, die meine beiden E-Mail-Konten regelmäßig überprüft und folgendes automatisch erledigt:

  • Newsletter & Spam → direkt in den Papierkorb, ohne mein Zutun
  • Rechnungen & Verträge → PDF herunterladen, in Paperless-NGX hochladen, kategorisieren, Fälligkeit in Google Kalender eintragen
  • Wichtige Mails → kurze Zusammenfassung per Telegram an mein Handy
  • Behördenpost → archivieren mit Korrespondent und Tags
  • Bekannte Absender → nach gelernten Regeln behandeln

Das Ergebnis: Ich öffne meinen Posteingang noch 1-2x täglich — und er ist fast immer leer. Was übrig bleibt, sind nur Mails die wirklich meine Aufmerksamkeit brauchen.

Was ich dafür genutzt habe

  • OpenClaw als Orchestrierungsebene für die KI-Assistentin
  • Claude (Anthropic) als Sprachmodell für Klassifizierung & Entscheidungen
  • Himalaya als IMAP-CLI-Client
  • Paperless-NGX als Dokumenten-Management-System
  • Google Calendar API für Fälligkeiten

Was wirklich funktioniert — und was nicht

Sehr gut: Newsletter-Erkennung, Rechnungsverarbeitung, Benachrichtigungen. Die KI macht das zuverlässiger als ich es manuell täte.

Aufpassen bei: Mehrdeutigen Mails von unbekannten Absendern. Hier ist ein kurzer menschlicher Blick sinnvoll — daher bekomme ich täglich einen kurzen Telegram-Report.

Insgesamt spare ich schätzungsweise 45-60 Minuten täglich. Das klingt wenig — über ein Jahr sind das 270+ Stunden. Oder fast 7 Wochen Arbeitszeit.

Key Takeaways

  • E-Mail ist perfekter KI-Kandidat: regelbasiert, repetitiv, hoher Zeitaufwand
  • Automatische Dokumentenablage spart besonders viel Zeit
  • Ein täglicher Telegram-Report reicht für die Kontrolle
  • Setup-Zeit: ca. 1 Woche; Zeitersparnis: 45-60 Min/Tag
  • Kein Vendor-Lock-in — alles auf eigenem Server

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